Liebe, die Ketten sprengt PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von: Gesine   
SUNDAY, 01 FEBRUARY 2009 18:21

In der letzten Woche bat ich Jesus, einmal in sein Gesicht schauen zu dürfen. Ich hatte den Eindruck, dass er mir sagte, er würde - ähnlich wie damals bei Mose - seine Güte an mir vorbeiziehen lassen. Dann sah ich vor meinem inneren Auge, wie eine große Menge von Gefangenen wie eine Armee an mir vorbeizog. Sie waren durch Fußketten aneinandergekettet und schlurften nur langsam voran. Ich wusste, dass dies die Gefangenen des Feindes waren. Als ich sie genauer anschaute, war ich sehr überrascht, denn für einen Moment sahen sie alle aus wie Jesus. Jesus in tausendfacher Gestalt schleppte sich als Gefangener an mir vorbei. Ich war fast überwältigt von der großen Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit, die auf den Menschen war. Und ich fragte mich, wie sie befreit werden könnten.

Als nächstes stand ich vor Gott, wie vor einem strahlend hellen Licht. Das Licht war ungewöhnlich hell, dennoch war es wunderschön und angenehm, hinein zu schauen. Während das Licht auf mich schien, spürte ich, wie ich innerlich verändert wurde und eine starke Liebe für die Gefangenen in mir aufstieg. Daraufhin ging ich auf einen Gefangenen zu und umarmte ihn. Während der Umarmung konnte ich spüren, wie Gottes Liebe von mir zu ihm floss, und auf einmal zersprangen die Ketten. Überrascht darüber, wie einfach das ging, umarmte ich einen Gefangenen nach dem anderen, und jedes Mal wurde der Betreffende befreit!

Kurz darauf erschien ein Reiter mit einer goldenen Rüstung auf einem goldenen Pferd. Seine Erscheinung war beeindruckend, aber ich wusste, dass er den Stolz repräsentierte. Er händigte goldene Helme aus, und auch ich nahm einen. Als ich ihn mir jedoch aufsetzte, konnte ich nur noch durch einen engen Spalt nach draußen sehen und mein Blick konzentrierte sich auf die goldene Innenseite meines Helms. Nach einiger Zeit merkte ich, wie die Liebe und der Friede verschwunden waren.  Als ich den Helm absetzte, konnte ich sofort wieder in das helle Licht des Vaters schauen und wurde mit neuer Liebe und Freude erfüllt.

Daraufhin schaute ich mich um und sah abseits vom Geschehen verschiedene Menschen, die auf den Knien und mit gesenktem Blick zu Gott beteten. Sie kannten Jesus und flehten ihn an, verändert zu werden und Liebe für die Gefangenen zu bekommen. Sie waren mit ihren Gebeten jedoch so beschäftigt, dass sie das Licht gar nicht wahrnahmen. Ich wusste, dass ihre Gebete sich sofort erfüllt hätten, wenn sie nur den Blick gehoben hätten, um Jesus anzuschauen. 

Sehnst Du Dich auch danach, einmal in Jesus' Gesicht schauen zu dürfen? Jesus sagt: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan (Mt. 25,40). Genauso können wir das Gesicht von Jesus in unseren Mitmenschen sehen, wenn wir sie mit Gottes Augen anschauen. Darin zeigt sich die Güte Gottes - dass er sich mit uns Menschen identifiziert und unseren Platz als Gefangener eingenommen hat. 

Wie aber können wir diesen kostbaren Menschen helfen, in die Freiheit zu kommen? Jesus möchte uns einladen, mit dieser Frage und unserem Mangel zu ihm zu gehen. Wenn wir ihn anschauen, werden wir in sein Bild verändert (2. Kor. 3,18)!

Manchmal ähneln wir vielleicht den Betern am Rande des Geschehens. Aus ganzem Herzen sehnen wir uns nach Veränderung. Aber wir schauen auf unseren Mangel und nicht auf Jesus, der allein in uns diese Veränderung bewirkt. Aus der Beziehung mit ihm empfangen wir alles, was wir brauchen, um die Gefangenen zu befreien - nämlich seine Liebe! Die Liebe des Vaters ist die stärkste Kraft des Universums. Wo Menschen von ihr berührt werden, können selbst die stärksten Ketten des Feindes sie nicht länger festhalten. Wie können wir diese Liebe zu den Menschen bringen? Anders als wir es manchmal denken, ist das nicht kompliziert! Eine einfache Geste - z.B. eine Umarmung, ein ermutigendes Wort, eine praktische Hilfestellung - ist unmessbar kraftvoll, wenn darin Gottes Liebe ist. Ich denke, dass Gott uns ermutigen will, unsere Freunde, Kollegen und Familien mit diesen simplen Liebeserweisen zu beschenken. Kein Argument wird sie so schnell in die Arme des Vaters führen wie diese Berührungen der Liebe.

Wo Gott mächtig wirkt, ist der Feind nicht weit. Wenn wir mutige Schritte gehen und von Gott gebraucht haben, wird der Feind oftmals versuchen, uns mit Stolz abzulenken. Dann beginnen wir, uns auf unsere Erfolge zu konzentrieren und nicht auf den Vater, der alles geschenkt hat. Wenn wir in diese Falle hineingetappt sind, merken wir, wie Freude und Frieden in unserem Leben schwächer werden. Dann gibt es nichts Wichtigeres, als umzukehren und den goldenen Helm schnellstmöglichst auszuziehen. Und die gute Nachricht ist: Sofort dürfen wir wieder das helle Licht Gottes sehen und uns mit seiner Liebe erfüllen lassen. Ich empfinde, dass Gott uns ermutigen möchte, uns nicht mit Anklage für unsere Fehler oder Sünden aufzuhalten. Wir dürfen sie hinter uns lassen, in Gottes Gegenwart treten und sogleich wieder seine Gegenwart und Annahme genießen. 

Ich wünsche Dir in dieser Woche viel Spaß beim Liebe Empfangen und Weitergeben!